Gab es ein Wunder in Brandenburg?

Was ist denn an dem Bundesland Brandenburg so besonders, dass dort ein Wunder geschehen sollte? Nun, an dem Land nichts, an dem preußischen Königshaus hingegen schon. Die haben sich nämlich auch Brandenburg genannt und einen ihrer wichtigsten Kriege nur durch ein „Wunder“ gewonnen.

Eine aussichtslose Lage

Wir schreiben das Jahr 1762, seit nunmehr schon sechs Jahren tobt der Siebenjährige Krieg zwischen Preußen und Österreich in Europa und Nordamerika. Und es sieht schlecht aus für König Friedrich II und seine Männer. Denn während ihnen nur einige deutsche Fürstentümer zur Seite stehen, kämpfen auf der Gegenseite Sachsen, das Russische Zarenreich und Schweden mit Österreich zusammen. Nach den anfänglichen Erfolgen der Preußen müssen sie eine Niederlage nach der anderen einstecken. So wird die Lage immer verzwickter. Friedrichs Soldaten sind erschöpft und die ständigen Kämpfe leid. Auch sie merken, dass die Preußen viel an Boden verloren haben.

Die Wende

Doch an diesem Tag im Januar starb die russische Zarin nach langer Krankheit. Und ihr Nachfolger Peter III. hatte wenig Lust, weiter gegen Friedrich zu kämpfen, da er ihn sehr bewunderte. Normalerweise wird dieses Ereignis als „Mirakel des Hauses Brandenburg“ bezeichnet. Somit hatte der Preußenkönig einen Gegner weniger und konnte seine Armee besser einsetzen. Zudem demotivierte es die Österreicher und Sachsen sehr, dass Russland sie nicht mehr unterstützte.

Und das echte Wunder?

Doch ganz richtig ist das nicht. Der Ausspruch ist eigentlich einige Jahre älter, er stammt von 1759. Die Schlacht von Kunersdorf ist gerade vorbei. Die vereinten russischen und österreichischen Truppen hatten die Preußen erfolgreich abwehren können und ihnen eine vernichtende Niederlage beigebracht. König Friedrich ist völlig verzweifelt, der Weg in die Hauptstadt Berlin ist für seine Gegner komplett offen. Doch diese zögern und nutzen die Gelegenheit nicht. Nach einer Weile bemerkt dies auch der preußische König. Enthusiastisch schreibt dieser an seinen Bruder, dass ein Wunder geschehen sei, da seine Feinde nicht weiter vorgestoßen sind. Und dies ist das eigentliche Mirakel des Hauses Brandenburg.

Übrigens hat Friedrich den Krieg am Ende auch ganz gewonnen und seitdem war Preußen eine Großmacht in Europa.

Zum weiterlesen:

  • Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang 1600-1947, München, 2007.
  • Wie Friedrich „der Große“ wurde: eine kleine Geschichte des siebenjährigen Krieges 1756-1763, herausgegeben von Eberhard Birk, Freiburg u.a., 2012.
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